Urban Transport Magazine
Der Öffentliche Personen-Nahverkehr in Stadt und Region
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Standseilbahnen in Revision

Augustusburg | © VMS


Standseilbahnen vermuten wir überwiegend im touristischen Umfeld, aber nicht wenige von ihnen dienen auch oder sogar in erster Linie den Verkehrsbedürfnissen im urbanen Raum. Die Unterhaltung der Anlagen ist oft aufwändig, regelmäßige Überprüfungen und auch immer wieder Erneuerungen ganzer Anlagen stehen an.

Sachsen: Augustusburg

Im sächsischen Augustusburg ging am 9.9.2019 die seit 108 Jahren fahrende Bahn außer Betrieb, die die hoch gelegene Stadt Augustusburg mit ihrer Bahnstation Erdmannsdorf-Augustusburg verbindet. Die beiden aktuell 23 Jahre alten Wagen werden bei einer Fachwerkstatt in Güstrow generalüberholt, der erste von ihnen in aufwendiger Aktion am 17. September 2019 abgeholt. Am 21. März 2020 soll der Betrieb wieder normal laufen, wie der Betriebsführer Verkehrsverbund Mittelsachsen mitteilt.

https://dsb.vms.de/drahtseilbahn/


Spanien: Barcelona – Tibidabo

In Spanien ging am 15.9.2019 die Standseilbahn zum Aussichtsberg Tibidabo im Stadtgebiet von Barcelona außer Betrieb. Hier werden alle Anlagen grundlegend saniert und auch die beiden inzwischen 61 Jahre alten Doppelwagen durch neue ersetzt. Die Bahn wird danach kaum wiederzuerkennen sein, neue Panoramawagen sollen die Mitfahrt noch attraktiver machen. An ihrer Talstation besteht u.a. Anschluss an die altertümliche Tibidabo-Straßenbahn zum U-Bahnhof Avinguda Tibidabo, die allerdings seit Anfang 2018 außer Betrieb ist und komplett umgebaut wird. Die Sanierung der Standseilbahn soll bis Ende 2020 dauern. Die Linie existiert seit 1901, ebenso wie die Tramlinie.

Im Doppelwagen auf den Tibidabo | © Dirk Budach

Spanien: Gelida

Ebenfalls in Spanien und auch in der Region Katalonien liegt die Standseilbahn Gelida, die ganz vergleichbar der “Drahtseilbahn Augustusburg” den (S-)Bahnhof im Tal mit der auf den Hängen gelegenen Stadt Gelida verbindet. Seit 95 gibt es diese Bahn, und mit ihren Wagen im Originaldesign mit hölzernem Aufbau diente sie lange nicht nur dem Verkehrsbdürfnis der lokalen Bevölkerung. Eine Kleinbuslinie nahm ihre allerdings zahlreiche Pendler als Fahrtgäste. Nach einer längeren Unterbrechung von 2016 bis 2019, in der u.a. die Frage der Finanzierung der Sanierung voin 1,5 Mio. EUR lange Zeit im Unklaren blieb, fährt sie seit 6. April 2019 wieder an den Wochenenden – damit wohl in erster Linie als Touristenattraktion.

Gelida | © Dirk Budach

20.09.2019

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