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Stadlers „Worbla“-Zug macht Berner Pendler glücklich

Der neue S-Bahn-Zug für die Linien des RBS in Bern wurde nach dem Flüsschen Worbla, das entlang der Linie S7 des RBS fließt, benannt I Foto: RBS

Seit der Übergabe des ersten neuen „Worbla“-Niederflur-Nahverkehrszugs von Stadler an den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS), der vier Nahverkehrslinien in und um die Schweizer Hauptstadt Bern betreibt, sind inzwischen sechs der insgesamt 14 neuen Züge auf der am stärksten ausgelasteten Linie S7 des Berner S-Bahn-Systems im Einsatz. Im Jahr 2020 soll die Serie vollständig sein womit die sogenannten „Mandarinli“ aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ersetzt werden.

Es zahlt sich nun aus, dass der RBS zuvor seine Fahrgäste nach Ideen gefragt hatte, was zu einer Flut von über 700 Verbesserungsvorschlägen für die neuen Züge geführt hatte. In einer Umfrage unter den RBS-Fahrgästen zeigt sich nun ein erstes, sehr positives Stimmungsbild, indem 87 % der RBS-Fahrgäste angebe, sich in der „Worbla“ wohl oder sehr wohl zu fühlen. 80 % der Teilnehmenden gaben an, beim Ein- und Aussteigen durch die Niederflureintritte an alle Türen eine deutlich spürbare Verbesserung wahrzunehmen. Gegenüber den Vorgängerfahrzeugen wurde auch der Sitzabstand zur Freude der RBS-Fahrgäste erhöht.

Bei den „Worbla“-Zügen verteilen sich die sechs 1400 mm breiten Türen gleichmäßig auf die Zuglänge von 60 m. Die Züge weisen 130 Sitzplätze auf und bieten mit den Stehplätzen in den Spitzenstunden rund 500 Plätze. In Kombination mit den weiträumigen und multifunktionalen Bereichen in der Nähe aller Türen und einer mittleren vertikalen Stange in den Eingängen erlauben sie einen guten Passagierfluss, indem Sie die ein- und aussteigenden Passagiere trennen. Die Haltezeiten betragen nur 20 Sekunden.

Die RBS Be 4/8 – aufgrund ihrer orangenen Einheitslackierung auch „Mandarinli“ genannt – wurden in den Jahren 1971 – 78 durch die Firmen SIG/ BBC gebaut und jetzt nach und nach durch die neue Be 4/10 ersetzt I Foto: RBS

Während der Vorstellung des Worbla während der InnoTrans 2018 in Berlin hebte der Hersteller Stadler hervor, dass er 15 % seines Umsatzes mit maßgeschneiderten Zügen macht. Dies erlaube ihm, mit Innovationen Schritt zu halten. Neben der Berücksichtigung der spezifischen Kundenideen bestand die Herausforderung in diesem Fall darin, einen 2650 mm breiten meterspurigen Niederflur-Hochleistungszug für ein mit 1250 V nicht normgerecht elektrifiziertes Netz und mit einer Einstiegshöhe von nicht mehr als 400 mm herzustellen.

Technische Daten des Worbla:

  • Baureihenbezeichnung: Be 4/10
  • Anzahl Fahrzeuge: 14
  • Anzahl Sitzplätze 2. Klasse: 130
  • Anzahl Stehplätze: max 380
  • Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
  • Spurweite: 1000 mm
  • Spannung: 1250 V DC
  • Achsanordnung: Bo‘2‘2‘2’Bo‘
  • Fußbodenhöhe: 400 mm am Einstieg, 1000 mm im Hochflurbereich
  • Einstiegsbreite: 1400 mm
  • Fahrzeugbreite: 2650 mm
  • Fahrzeughöhe: 3980 mm
  • Fahrzeuglänge: 60 m
  • Längsdruckkraft: 800 kN
  • Drehgestellachsstand:
    • 2100 mm Motordrehgestell
    • 2150 mm Laufdrehgestell
  • Raddurchmesser neu: 770 mm
  • Max. Leistung: 1400 kW
  • Anfahrzugkraft: 120 kN (140 kN möglich)
  • Anfahrtbeschleunigung: 1,0 m/s²
  • Kosten: 134 Mio. Franken (inkl. Ersatzteile) = ca. 121 Mio. EUR (oder 8,64 Mio. EUR pro Zug)
25.06.2019