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Stadler liefert „ZEMU“ Wasserstofftriebzug nach Kalifornien

Der FLIRT H2 für Kalifornien basiert technisch auf dem WINK mit Mittelwagen, in dem die Brennstoffzellen untergebracht sind I © Stadler

Die neuartige Zuggattung wird lokal bereits „ZEMU“ genannt – in Anlehnung an EMU für Elektro- und DMU für Dieseltrienzüge. ZEMU steht dabei für „Zero Emission Multiple Unit“. Green-Tech für die USA: Stadler gewinnt ersten Vertrag für einen mit Wasserstoff betriebenen ZugStadler hat von San Bernardino County Transportation Authority (SBCTA) den Auftrag für die Lieferung eines mit Wasserstoff angetrieben Zuges des Typs FLIRT inklusive einer Option auf vier weitere baugleiche Züge erhalten. Dieser soll im Süden Kaliforniens, in San Bernardino County, verkehren. Der erste FLIRT H2 soll ab dem Jahr 2024 im Fahrgastbetrieb eingesetzt werden.

Förderung durch das Kalifornische Verkehrsministerium

Das Projekt ist eines von 28 sogenannten Transformationsprojekten, welches Mittel aus dem „Transit and Intercity Rail Capital-Program“ des kalifornischen Verkehrsministerium (Caltrans) in Zusammenarbeit mit der California State Transportation Agency (CalSTA) erhält. In diesem Rahmen wird das Projekt mit 30 Millionen US-Dollar gefördert.

Das Projekt

Mit der Unterzeichnung des Vertrags zwischen Stadler und San Bernardino County Transportation Authority (SBCTA) wird der Weg für den ersten Wasserstoff betriebenen Zug für die USA frei.

Der Vertrag stellt einen wichtigen Meilenstein dar, da er wesentlich dazu beiträgt, Null-Emissions-Technologie für den Schienenverkehr in die USA zu bringen. Der Wasserstoff betriebene FLIRT H2 soll ab dem Jahr 2024 für das Redlands Passenger Rail Project im Fahrgastverkehr eingesetzt werden. Das Redlands Passenger Rail Project ist eine 14 Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen Redlands und der Metrolink Station von San Bernardino. Die Strecke befindet sich derzeit im Aufbau und geht voraussichtlich im Jahr 2022 mit Dieseltriebzügen in Betrieb.

Laut Vertrag soll Stadler den ersten Wasserstoff betriebenen Zug entwickeln. Der erste FLIRT H2 besteht aus zwei Wagenkästen und einem PowerPack genannten Mittelteil. Dieses fasst die Brennstoffzellen und die Wasserstofftanks. Der Zug bietet 108 Fahrgästen einen Sitzplatz und darüber hinaus grosszügige Stehplatzflächen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 Stundenkilometern (79 mph).

«Die Einführung innovativer Lösungen wie dieser erste Wasserstoff-Zug für den Personenverkehr ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie wir uns für die zukünftige Generation San Bernardinos einsetzen», sagt SBCTA-Präsident Darcy McNaboe. «Der Wasserstoff-FLIRT hilft uns, den heutigen Bedarf an Verkehrsleistung zu decken und gleichzeitig die Umwelt zu schützen.»

«Stadler setzt sich für grüne Technologie in der Schienenverkehrsbranche ein. Es freut uns, dass SBCTA diese Leidenschaft teilt. Wir arbeiten gut und konstruktiv mit SBCTA zusammen und es ist uns eine Ehre, partnerschaftlich mit unserem Kunden aus Kalifornien den ersten Wasserstoff-Zug von Stadler in die USA zu bringen», sagt Martin Ritter, CEO bei Stadler US.

Stadler und SBCTA arbeiten seit 2017 zusammen, nachdem SBCTA drei dieselelektrische FLIRT (DMU) bestellt hatte.

14.11.2019

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