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Rio de Janeiro eröffnet Stadtbahn Verlängerung

Das 28 km lange Niederflur-Stadtbahnnetz von Rio de Janeiro ist jetzt mit 3 Linien komplett I © VLT Carioca/ Alex Ferro

Rio de Janeiro ist bekannt für seine atemberaubende Stadtlandschaft zwischen Bergen, der Jesus-Statue und vielen Stränden, dem damit verbundenen Strandleben und seiner pulsierenden Samba Musik. Rio hat aber neben diesen Klischees auch mehr zu bieten. Zum Beispiel in Sachen ÖPNV. Die historische Straßenbahnlinie in Santa Teresa mit der Bezeichnung „Bonde“ oder der Verniedlichung „Bondinho“ ist nach wie vor eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Seit 2016 verfügt Rio de Janeiro auch über ein modernes Niederflur-Stadtbahnsystem, welches pünktlich zu den Olympischen Sommerspielen 2016 seinen Betrieb aufnahm. Der offizielle Name lautet VLT Carioca – VLT steht für die portugiesische Bezeichnung Veículo Leve sobre Trilhos, was auf Englisch Light Rail Vehicle (LRV), also Stadtbahn, bedeutet. Carioca ist eine Bezeichnung für alles, was mit der Stadt Rio de Janeiro und dem gleichnamigen Bundesstaat Rio de Janeiro zu tun hat. Die erste Ausbauphase des LRV-Systems zwischen dem Busbahnhof Novo Rio und dem Flughafen Santos Dumont wurde am 5. Juni 2016 eingeweiht.

Das letzte Puzzlestück wurde jetzt eröffnet

Mit dem letzten 1,3 km langen Abschnitt der Linie 3 zwischen Candelária und Central do Brasil, der am 26. Oktober 2019 eingeweiht wurde, wurde das knapp 14 km lange Stadtbahnnetz fertiggestellt. Die Erweiterungen von Linie 1 und Linie 2 wurden 2017 in Betrieb genommen.

Das Netzwerk besteht nun aus folgenden Linien:

  • Linie 1: Santos Dumont Airport – Praia Formosa
  • Linie 2: Praça XV – Praia Formosa
  • Linie 3: Santos Dumont Airport – Central do Brasil

Die Eröffnung des letzten Abschnitts hat sich aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen der Stadtverwaltung und dem Betreiber im Hinblick auf die Finanzierung verzögert.

Der Bau des Public Private Partnership-Projekts (PPP) begann im Jahr 2013 und wurde durch das Konsortium Invepar, Odebrecht TransPort, CCR, RioPar, Benito Roggio Transporte und RATP durchgeführt. Das Konsortium betreibt das moderne Stadtbahnsystem für eine Dauer von 25 Jahren.

Berichten zufolge beliefen sich die Baukosten des Systems auf 1,157 Milliarden Reais (ca. 260 Millionen Euro), von denen 525 Millionen Reais (ca. 116 Millionen Euro) durch den Staat und 632 Millionen Reais (ca. 140 Millionen Euro) durch das PPP finanziert wurde.

Bisher war das Stadtbahnsystem ein Erfolg. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 17 Millionen Passagiere befördert. Das tägliche Fahreraufkommen erreichte täglich 80.000 Passagiere.

Oberleitungsfreier Betrieb mit Alstom Citadis

Das System wird mit 32 Niederflurstraßenbahnen des Typs Alstom Citadis 402 betrieben, von denen fünf im Werk von Alstom in La Rochelle, Frankreich, und 27 am neuen Produktionsstandort von Alstom in Taubaté, Bundesstaat São Paulo, gebaut wurden. Die 7-teiligen Straßenbahnen fassen jeweils 420 Fahrgäste. Die Stromversorgung erfolgt über APS. Dabei handelt es sich um eine in den Boden eingelassene Stromschiene unter dem Fahrzeug, welche nur bei Befahren aktiviert wird. Dasselbe System kommt u.a. auch in Bordeaux, Reims und Orléans zum Einsatz. 

In Rio werden 80% des Systems mit APS-Bodenstromversorgung betrieben. Der Rest wird oberleitungsfrei mit bordeigenen Superkondensator-Energiespeichern (SRS) betrieben. Die Straßenbahnen sind nach wie vor mit Standardstromabnehmern ausgestattet, die im Depot eingesetzt werden.

Trams in Rio

Rio verfügte früher über ein umfangreiches Straßenbahnsystem, welches 1967 mit Ausnahme der historischen Straßenbahn Santa Teresa aufgegeben wurde. Es ist sowohl eine berühmte Touristenattraktion als auch ein wichtiges Transportmittel im historischen Stadtteil Santa Teresa. Der wahrscheinlich schönster Punkt ist der Aqueducto da Carioca, die von der „Bonde“ genutzt wird und einen herrlichen Überblick über die Stadt gibt. Nach einem schweren Unfall im Jahr 2011 wurde das System bis 2016 eingestellt. Die alten zweiachsigen Straßenbahnen wurden durch neu gebaute Repliken ersetzt, die 2013 – 2014 von der örtlichen Firma T’trans hergestellt wurden.

Einen Liniennetzplan der neuen Stadtbahn findet sich hier:

http://urbanrail.net/am/rioj/rio-tram.htm

07.11.2019

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