Urban Transport Magazine
Der Öffentliche Personen-Nahverkehr in Stadt und Region
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Aachen: ASEAG Netliner

18.20 Uhr im Bushof in Imgenbroich: „Netliner 1“ und „Netliner 2“ machen sich auf Ihre für die stark ausgelasteten Zeiten festgelegten „Linienfahrten“ nach Höfen und Kalterherberg | © Christian Marquordt


Im Süden Aachens gibt es ein bemerkenswertes Nahverkehrsangebot: den „Netliner“ der ASEAG. Unterwegs ist er zum einen in Aachens Nachbarstadt Monschau und zum anderen in den Aachener Stadtteilen Broichhausen, Lichtenbusch, Schmithof, Sief und Walheim sowie auf der Stichstrecke von Walheim nach Schleckheim Kapelle.

In der Stadt Monschau ging der „Netliner“ schon im Dezember 2016 in Betrieb. Er ist montags bis freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 20.00 Uhr unterwegs und bedient das Stadtgebiet von Monschau mit der Kernstadt und den Stadtteilen Höfen, Imgenbroich, Kalterherberg, Mützenich, Rohren und Widdau. Dafür werden drei Wagen benötigt. Sie fahren nicht nach einem festen Fahrplan, und es gibt auch keine festen Linien. Deshalb zeigt der Bus im Zielschild auch nur „Netliner“.

Der Netliner fährt, wenn er telefonisch angefordert worden ist. Dabei holt er den Fahrgast an einer bestimmten Haltestelle ab und bringt ihn zu einer anderen Haltestelle im Monschauer Verkehrsgebiet. Es gibt also keine Fahrten wie beim Taxi von Haustür zu Haustür. Allerdings ist das Haltestellennetz beim Monschauer Netliner um zusätzliche „Spots“ erweitert worden, die auf Wunsch wie ganz normale Haltestellen bedient werden. An diesen Spots halten die „regulären“ Buslinien allerdings nicht.

Der Monschauer Netliner hat im Busbahnhof im Stadtteil Imgenbroich (im Aachener Raum nennt sich so etwas allerdings „Bushof“) Anschluss an die Linien 66 Richtun Aachen und 82 Richtung Simmerath des Aachener Verkehrs-Verbunds (AVV).

Aufgrund der Fahrtaufträge, die telefonisch oder per Mail eingegangen sind, errechnet ein Computer in der Leitstelle die optimale Fahrtroute für die jeweilige Tour. Sind noch andere Fahrgäste aufzunehmen? Oder kann der Bus den kürzesten Weg fahren? Dem Fahrgast wird mitgeteilt, wann der Bus ihn an seiner gewünschten Abfahrtshaltestelle oder dem gewünschten „Spot“ abholen wird. Und wann er am gewünschten Ziel ankommen wird. Da es keine festen Fahrwege gibt und sie je nach eingegangenen Aufträgen durchaus unterschiedlich sein, können, kann die Dauer einer Fahrt  „von A nach B“ von Tag zu Tag um mehrere Minuten differieren.

Der Netliner in Monschau verkehrt zum normalen Tarif des AVV (Aachener Verkehrs-Verbund), allerdings ist ein Euro Zuschlag zu entrichten. Für Fahrgäste mit einem AVV-Zeitfahrausweis ermäßigt sich der Zuschlag auf 0,50 Euro.Wer den Netliner täglich braucht – zum Beispiel auf dem Weg zur oder von der Arbeit – kann einen „Dauerauftrag“ buchen.

Und wegen starker Nachfrage gibt es ab „Bushof“ Imgenbroich um 16.20 Uhr, 17.20 Uhr und 18.20 jeweils drei Fahrten auf festen Linienwegen, zum einen über Rohren und Widdau nach Höfen und zum anderen über Mützenich nach Kalterherberg. Ausschilderung: „Netliner 1“ und „Netliner 2“.

Seit dem 9. Juni diesen Jahres verkehrt der Netliner nun auch im Aachener Süden. Bedienungsgebiet sind die oben schon genannten Stadtteile. Hier allerdings ist er nur samstags, sonn- und feiertags unterwegs – also dann, wenn die Minibusse nicht in Monschau gebraucht werden. Samstags kann der Netliner für die Zeit von 7.15 Uhr bis 22.45 Uhr bestellt werden, sonn- und feiertags sind erste Fahrten ab 8.45 Uhr vorgesehen, bei gleichem Betriebsschluss am späten Abend.

In „Schleckheim Kapelle“ besteht Anschluss an Buslinie 16, in Lichtenbusch an Linie 11. Wer eine Fahrt mit dem Netliner „bucht“, soll die Absicht, umzusteigen, schon bei der Buchung mitteilen, wer mit einer der beiden Linien 11 und 16 kommt und mit dem Netliner weiterfahren will, muss das bei Fahrtantritt den Fahrer des Linienbusses wissen lassen.

Der Netliner muss bis 30 Minuten vor Fahrtantritt gebucht werden, damit die Fahrtroute optimal zusammengestellt werden und der Minibus sich rechtzeitig auf den Weg machen kann. Bei der Buchung muss der Fahrgast nur die gewünschte Einstiegs- und die gewünschte Ausstiegshaltestelle (sowie den eventuellen Umsteigewunsch) angeben. Ist der Fahrweg für eine Tour einmal aufgrund der Kundenwünsche festgelegt worden, darf der Fahrer nicht mehr davon abweichen.

Für die Bedienung der Netliner-Angebote hat die ASEAG vier Minibusse der Typen Mercedes-Benz 513 CDi Sprinter City 35 und Mercedes-Benz 514 CDi Sprinter City 35 (ASEAG-Wagen 61 bis 64). Sie haben ein zulässiges Gesamtgewicht von 5 Tonnen und eine Motorleistung von 130 bzw. 140 PS.

Pressefoto ASEAG

07.10.2019

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